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Grenzüberschreitende Immobilieninvestitionen in Italien, Europa, dem Vereinigten Königreich und Amerika: Die Spielregeln verstehen
Der Kauf von Immobilien im Ausland ist für viele Investoren eine Anlagestrategie. Immobilienmärkte unterliegen jedoch Regeln und Vorschriften, die sich von Land zu Land erheblich unterscheiden können.
5 Min. Lesezeit
Der internationale Immobilienmarkt stellt einen der wichtigsten Anlagebereiche für privates und institutionelles Kapital dar, doch seine scheinbare Einheitlichkeit ist eine Illusion. Hinter den gemeinsamen wirtschaftlichen Dynamiken von Angebot und Nachfrage werden Immobilienmärkte stark von lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt, die sich entscheidend auf Erwerbskosten, aber auch auf Verwaltung, Rentabilität und den späteren Weiterverkauf auswirken.
Das Verständnis dieser Unterschiede ist für alle unerlässlich, die Kapital effizient und sicher investieren und ihrem Vermögen eine internationale Dimension verleihen möchten. Eine solche Diversifikation kann oft unerwartete Vorteile bringen, insbesondere wenn Immobilieninvestitionen nach einer eingehenden Analyse des lokalen Marktes erfolgen.
Die entscheidende Frage ist daher nicht allein der Marktzugang, sondern das Management des regulatorischen Risikos. Das Fehlen internationaler Harmonisierung zwingt Investoren, Variablen wie direkte und indirekte Besteuerung, planungsrechtliche Beschränkungen, Residenzpflichten, den Schutz von Eigentumsrechten und Streitbeilegungsverfahren sorgfältig zu prüfen.
Deshalb ist die Unterstützung durch internationale Beratungsunternehmen mit fundierter kommerzieller, rechtlicher und steuerlicher Expertise unerlässlich, um bilaterale Abkommen und internationale Übereinkommen – die Transaktionen erleichtern oder erschweren können – korrekt zu nutzen.
Wer daher Immobilien in Italien, anderswo in Europa, im Vereinigten Königreich oder in Amerika erwerben möchte, sollte die wichtigsten „Spielregeln“ im Voraus kennen.
Kaufen in Italien
1. Nicht alle Immobilien sind online veröffentlicht
Viele exklusive Häuser in Italien werden off-market verkauft. Online-Plattformen zeigen selten die besten Gelegenheiten, insbesondere an den begehrtesten Standorten. Wer einen Erwerb ernsthaft in Erwägung zieht, sollte auf einen lokalen Berater mit Zugang zu vertraulichen Objekten und privaten Verhandlungen setzen.
2. Der Rechtsprozess ist eigenständig
In Italien folgt der Rechtsprozess im Allgemeinen drei Phasen:
- Kaufangebot
- Vorvertrag (compromesso)
- Notarielle Urkunde (endgültiger Akt)
Der Notar handelt als öffentlicher Amtsträger und nicht als Vertreter des Käufers. Er überprüft die rechtliche Ordnungsmäßigkeit der Immobilie und registriert die Transaktion. Es ist unerlässlich, sich auf einen unabhängigen Anwalt zu verlassen, der die Interessen des Käufers schützen kann.
3. Gebietsfremde zahlen höhere Steuern
Als Gebietsfremder zahlen Sie in der Regel eine Registersteuer von 9 %, verglichen mit 2 % für Ansässige. Zudem können bestimmte Vergünstigungen oder ermäßigte Sätze entfallen. Prüfen Sie, ob Residenz oder ein Erwerb über eine Gesellschaft die Steuerlast optimieren könnte, insbesondere bei ertragbringenden Immobilien.
4. Die Fristen sind oft länger als erwartet
Der Erwerb einer Immobilie in Italien dauert häufig zwischen 8 und 12 Wochen, wobei weitere Verzögerungen nicht ungewöhnlich sind. Fehlende Unterlagen, katastrale Probleme oder planungsrechtliche Angelegenheiten können den Prozess verlangsamen. Geduld und professionelle Unterstützung sind unerlässlich. Insbesondere bei historischen oder ländlichen Immobilien sollte zusätzliche Zeit eingeplant werden.
5. Sanierungen sind reguliert – aber es gibt Anreize
Hochwertige Immobilien erfordern häufig Restaurierungsarbeiten, die Landschafts- und Denkmalschutzbeschränkungen unterliegen. Italien bietet zudem Steueranreize für Energieeffizienzmaßnahmen und Bauarbeiten, in manchen Fällen bis zu 50–65 %. Es ist jedoch unerlässlich, mit erfahrenen lokalen Fachleuten zusammenzuarbeiten, die mit Verfahren und Genehmigungen vertraut sind.
Kaufen in Europa (EU)
In ganz Europa ist der regulatorische Rahmen von erheblicher Heterogenität zwischen den Mitgliedstaaten geprägt. Während die Europäische Union gemeinsame Grundsätze der Transparenz und finanziellen Stabilität fördert, bleibt die Gesetzgebungskompetenz im Immobilienbereich national.
Das bedeutet, dass ein Investor mit sehr unterschiedlichen Regeln umgehen muss: unterschiedlichen Steuerregimen in Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien; Beschränkungen für Käufe durch Gebietsfremde in bestimmten Ländern; sowie Unterschieden bei Katastersystemen und Registrierungsverfahren. Das Vereinigte Königreich fügt eine weitere Komplexitätsebene hinzu: Seit dem Brexit hat es einen eigenständigen, auf dem Common Law basierenden regulatorischen Ansatz bekräftigt, der flexibler, für an kontinentaleuropäisches Recht gewöhnte Investoren jedoch auch komplexer sein kann.
- Spanien
- Sehr beliebt für Zweitwohnsitze. Die Erwerbssteuern liegen zwischen 6 % und 10 %. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Nota Simple bei der Prüfung von Hypotheken oder anderen Belastungen.
- Frankreich
- Der Notar spielt wie in Italien eine zentrale Rolle. Die Steuern liegen bei etwa 7–8 % des Kaufpreises. Der Markt ist stark reguliert.
- Deutschland
- Die Besteuerung variiert, mit einer Grunderwerbsteuer von 3,5–6,5 % zuzüglich Notarkosten. Der Markt ist solide und weniger spekulativ.
- Portugal
- Attraktiv für Expatriates und Ruheständler wegen der Steuervorteile im Rahmen der NHR-Regelung (Non-Habitual Resident).
Vereinigtes Königreich
- Verfahren
- Es gibt keinen Notar im kontinentaleuropäischen Sinne; Solicitors oder Conveyancer wickeln die Eigentumsübertragung ab.
- Steuern
- Die Stamp Duty Land Tax (SDLT) reicht je nach Wert von 2 % bis 12 %. Für Zweitwohnsitze und ausländische Käufer gelten Zuschläge.
- Markt
- London ist ein globales Zentrum mit sehr hohen Preisen, aber auch hoher Liquidität. Regionale und Universitätsstädte wie Manchester, Leeds und Bristol können höhere Mietrenditen bieten.
Kaufen in Amerika
Jenseits des Atlantiks nimmt die regulatorische Komplexität nicht ab, sondern nimmt lediglich andere Formen an. In den Vereinigten Staaten etwa ist der Immobiliensektor auf Bundesstaatenebene stark dezentralisiert. Jeder Bundesstaat regelt eigenständig entscheidende Aspekte wie Grundsteuer, Übertragungsverfahren, planungsrechtliche Vorschriften und Umweltregulierung.
Hinzu kommt die zentrale Rolle immobilienbezogener Finanzinstrumente – Hypotheken, REITs und Derivate –, die ein tiefes Verständnis nicht nur des Immobilienrechts, sondern auch der föderalen Finanzregulierung erfordert. In ganz Amerika ist zudem die vielfältige Landschaft lateinamerikanischer Länder zu berücksichtigen, da die Immobiliengesetzgebung raschen Veränderungen unterliegen kann, die mit politischer Instabilität, Inflation oder Steuerreformen zusammenhängen und direkte Auswirkungen auf die Sicherheit ausländischer Investitionen haben.
- Verfahren
- Wird von Immobilienmaklern und Anwälten abgewickelt. Kein Notar.
- Steuern
- Jährliche Grundsteuer von 1–3 % des Katasterwerts. Keine Beschränkungen für ausländische Käufer.
- Markt
- Zwischen Bundesstaaten und Städten bestehen erhebliche Unterschiede; New York und San Francisco sind extrem teuer, während der Mittlere Westen und der Süden deutlich zugänglicher sind.
Kanada
- Steuern
- Einige Provinzen, darunter Ontario und British Columbia, haben Zuschläge von bis zu 20 % für ausländische Käufer eingeführt.
- Markt
- Sehr dynamisch in Großstädten wie Toronto, Vancouver und Montreal.
Lateinamerika
- Mexiko
- Ausländische Käufer können Immobilien erwerben, wobei in Küsten- und Grenzgebieten besondere Verfahren gelten, die einen Bank-Treuhandvertrag (Fideicomiso) erfordern.
- Brasilien
- Ein großer Markt, doch ist eine lokale Steuernummer (CPF) erforderlich. Die Transparenz der Transaktion sollte sorgfältig geprüft werden.
- Karibik
- Die Märkte sind auf Zweitwohnsitze und Luxustourismus ausgerichtet, häufig mit Steueranreizen für ausländische Investoren.
Häufige Risiken und zu berücksichtigende Fragen
- Lokale und internationale Besteuerung: Doppelbesteuerung vermeiden, indem Abkommen zwischen den Ländern geprüft werden.
- Währungsrisiko: wichtig bei Investitionen außerhalb der Eurozone, einschließlich Pfund Sterling, US-Dollar und kanadischem Dollar.
- Fernverwaltung: Kosten und Komplexität für Investoren, die nicht im jeweiligen Land ansässig sind.
- Liquidität: Die Verkaufszeiten variieren erheblich zwischen entwickelten Märkten, in denen Transaktionen schneller ablaufen können, und Schwellenmärkten, in denen sie langsamer sein können.
Letztlich lässt sich die grenzüberschreitende Immobilieninvestition nicht mit einem standardisierten Modell angehen. Was in einer Rechtsordnung praktisch und sicher ist, kann in einer anderen teuer oder riskant werden. Deshalb ist die detaillierte Analyse der regulatorischen Unterschiede zwischen Europa, dem Vereinigten Königreich und Amerika ein grundlegender Schritt für alle, die eine globale Immobilieninvestitionsstrategie verfolgen möchten.
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